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Die Flasche Rotwein, der Regen und die plötzliche Freiheit

Ich bin eine dieser Mütter, die man in der U-Bahn sieht, mit einem Kind auf dem Arm, zwei Taschen an den Schultern und diesem Blick, der sagt: "Wenn mich jetzt noch einer anspricht, beiße ich." Ich heiße Sarah, bin zweiunddreißig, habe zwei Söhne im Alter von vier und sechs, einen Mann, der als Fernfahrer unterwegs ist, und eine Mutter, die glaubt, dass sie mir ständig Ratschläge geben muss, wie ich mein Leben zu führen habe. Mein Tag beginnt um halb sechs mit weinenden Kindern und endet um halb elf mit einem Berg ungewaschenem Geschirr, und dazwischen liegen tausend kleine Schlachten, die niemand sieht. Ich liebe meine Familie, wirklich, aber manchmal, ganz manchmal, wünschte ich mir, ich wäre allein. Einfach nur eine Stunde allein. Ohne "Mama, wo ist mein Pulli?" ohne "Mama, er hat mich geärgert!" ohne "Mama, warum guckst du so komisch?".

Dieser eine Abend war so ein Abend. Die Kinder waren endlich im Bett, nach anderthalb Stunden Geschrei, Wasserglas holen, nochmal küssen, Licht an, Licht aus, ich will aber nicht schlafen. Mein Mann war unterwegs, irgendwo auf der Autobahn zwischen Hamburg und Berlin, und seine letzte Nachricht war "bin müde" gewesen, was hieß, dass ich ihn heute nicht mehr sehen würde. Die Wohnung war still, die Spülmaschine lief, der Regen prasselte gegen das Fenster, und ich saß auf dem Sofa, ein Glas Rotwein in der Hand, und wusste nicht, was ich mit all dieser plötzlichen Stille anfangen sollte. Normalerweise würde ich jetzt eine Serie schauen, aber ich hatte keine Kraft mehr, mich für etwas zu entscheiden. Zu viele Optionen, zu viel Auswahl, zu viel Druck, die richtige Entscheidung zu treffen.

Also griff ich nach meinem Handy, eher aus Langeweile als aus Neugier, und scrollte durch meinen Feed. Babies, Basteltipps, Rezepte, Babies, noch mehr Babies. Ich wollte etwas anderes sehen. Etwas, das nichts mit Windeln, Brei und Schlafmangel zu tun hatte. Und dann, wie aus dem Nichts, tauchte eine Anzeige für ein Online-Casino auf. Normalerweise würde ich sofort wegwischen, weil ich diese Art von Werbung hasse. Sie verspricht dir das große Glück, während du eigentlich nur deine Ruhe haben willst. Aber an diesem Abend, mit diesem Rotwein im Glas und dieser Leere in der Brust, klickte ich drauf. Es war https://vavada.solutions/de/ . Die Seite sah anders aus als die grellen, aufdringlichen Casinos, die ich sonst kannte. Ruhiger. Fast schon elegant. Wie ein Ort, an dem man eine Tasse Tee trinken könnte, wenn Tee nicht so langweilig wäre.

Ich zögerte. Sollte ich wirklich? Das Geld war knapp, die Kitagebühren waren gerade gestiegen, und mein Mann hatte sich letzten Monat den Fuß gebrochen und fiel jetzt wochenlang aus. Jeder Euro zählte. Aber dann dachte ich: "Du hast dir diesen Abend verdient. Egal, was passiert." Also registrierte ich mich, mit einer E-Mail-Adresse, die ich nur für solche Dinge nutze, damit mein Postfach nicht mit Werbung überflutet wird, und zahlte zwanzig Euro ein. Das war das Geld für den Friseur, den ich sowieso nicht besuchen würde, weil ich mir die Haare seit der Geburt meines zweiten Sohnes selbst schneide. Nicht gut, aber günstig.

Ich wählte einen Spielautomaten aus, der mich an eine Märchenwelt erinnerte. Mit Feen, sprechenden Tieren und einem Schloss im Hintergrund. Meine Kinder lieben solche Geschichten, und irgendwie fühlte es sich vertraut an, nicht bedrohlich. Die Musik war leise, fast schon schläfrig, und die Farben waren warm. Ich setzte kleine Beträge, zehn Cent, manchmal zwanzig. Es war wie ein Spaziergang durch einen Zauberwald, nur dass ich keine Gummistiefel brauchte. Mal gewann ich ein paar Cent, mal verlor ich sie wieder. Mein Konto pendelte zwischen achtzehn und fünfundzwanzig Euro. Das war okay. Das war wie Kaugummi kauen – es beschäftigte mich, ohne dass ich groß nachdenken musste.

Nach einer halben Stunde klingelte mein Handy. Eine Nachricht von meinem Mann: "Bin in der Raststätte. Vermisse dich." Ich schrieb kurz zurück: "Ich dich auch." Dann legte ich das Handy weg und schaute wieder auf den Bildschirm. Die Feen tanzten, die Walzen drehten sich, und irgendwie, in diesem Moment, fühlte ich mich nicht mehr wie eine müde Mutter von zwei anstrengenden Jungs. Sondern wie eine Frau, die einfach nur Spaß hat. Ohne Verantwortung, ohne Termine, ohne diese ewige To-Do-Liste in meinem Kopf. Es war kein großer Rausch, keine Ekstase. Es war ein sanftes, leises Glück. Wie ein warmes Bad nach einem langen Tag.

Und dann passierte es. Der Bildschirm flackerte kurz, die Musik wechselte, und eine kleine Fee flog über die Walzen und ließ goldenes Glitzern zurück. Ein Bonusspiel begann, bei dem ich drei Schlüssel auswählen musste, um einen Schatz zu öffnen. Ich klickte auf den ersten Schlüssel – fünfzig Euro. Auf den zweiten – hundert Euro. Auf den dritten – zweihundert Euro. Zusammen dreihundertfünfzig Euro. Plus das, was ich vorher schon gewonnen hatte. Am Ende stand eine Zahl auf meinem Konto, die mir das Gefühl gab, als hätte ich im Lotto gewonnen: sechshundertachtzig Euro. Sechshundertachtzig Euro. Das war die neue Waschmaschine, die seit drei Monaten kaputt war und Wäsche rosa färbte. Das war ein neuer Kinderwagen für meine Schwester, die ihr zweites Kind erwartete. Das war ein Wochenende ohne Kinder, ohne Mann, ohne Verpflichtungen, wenn ich ehrlich war.

Meine Finger zitterten, als ich auf "Auszahlung" klickte. Ich beantragte den gesamten Betrag, schloss die App, trank meinen Rotwein aus und ging ins Bett. Die Kinder würden in ein paar Stunden wieder schreien, aber in dieser Nacht schlief ich wie ein Stein. Keine Träume, kein Aufwachen, kein Grübeln. Einfach nur Stille. Am nächsten Morgen, als die Kinder noch schliefen, checkte ich mein Konto. Das Geld war da. Sechshundertachtzig Euro. Ich las die Zahl, legte das Handy weg, und dann weinte ich. Nicht weil ich traurig war, sondern weil ich so erleichtert war. Weil ich endlich etwas tun konnte, ohne schlechtes Gewissen.

Ich wusste sofort, wofür ich das Geld ausgeben würde. Meine beste Freundin, nennen wir sie Jana, war vor ein paar Monaten von ihrem Freund verlassen worden, mit einem Berg Schulden und einem gebrochenen Herzen. Sie war seitdem kaum noch aus dem Haus gegangen, hatte ihren Job verloren, weil sie zu oft gefehlt hatte, und saß jetzt in ihrer kleinen, dunklen Wohnung und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Also fuhr ich zu ihr, klingelte, und als sie die Tür öffnete, mit verquollenen Augen und schmuddeligen Haaren, sagte ich: "Pack deine Sachen. Wir fahren für zwei Tage an die Nordsee." Sie wollte nicht, sie wehrte sich, sie sagte, sie hätte kein Geld. "Hab ich", sagte ich. "Lass mich das für dich tun."

Wir fuhren. Mit dem Zug, weil mein Auto zu klein war, und ich zahlte alles. Das Hotel, das Essen, den Strandkorb, die Flasche Sekt am Abend. Wir saßen auf der Deichkrone, der Wind blies uns um die Ohren, und Jana redete. Sie redete über ihn, über die Schulden, über die Angst vor der Zukunft. Ich hörte zu. Das war alles, was ich tun konnte. Und als sie fertig war, sagte sie: "Warum tust du das für mich?" Ich sagte: "Weil du es verdient hast." Sie weinte, ich weinte, der Wind wehte unsere Tränen fort, und irgendwo in der Ferne schrie eine Möwe. In diesem Moment wusste ich, dass dieses Geld den perfekten Ort gefunden hatte. Nicht in einer Waschmaschine, nicht in einem Kinderwagen. Sondern in einer Freundschaft, die wieder aufblühte.

Die restlichen zweihundertachtzig Euro behielt ich für etwas, das nur mir gehörte. Ich kaufte mir ein Paar Schuhe. Nicht irgendwelche Schuhe, sondern die, die ich seit Monaten im Schaufenster gesehen hatte. Rote Ballerinas, mit einer kleinen Schleife, völlig unpraktisch für eine Mutter von zwei kleinen Jungs, aber wunderschön. Als ich sie anzog, fühlte ich mich wie eine andere Frau. Eine Frau, die keine Verantwortung trug, keine Windeln wechseln musste, keine Wutausbrüche schlichten musste. Einfach nur eine Frau mit roten Schuhen und einem Lächeln im Gesicht. Meine Kinder fanden die Schuhe "komisch". Mein Mann sagte, sie würden ihm gefallen. Meine Mutter sagte, sie sei viel zu teuer. Aber mir war das egal. Sie waren meins.

In den Wochen danach spielte ich noch ein paar Mal. Immer auf derselben Plattform, immer mit kleinen Einsätzen, immer mit der Regel, dass ich nur das einsetzte, was ich auch verlieren konnte. Einmal gewann ich vierzig Euro, einmal verlor ich dreißig. Ein anderes Mal, als die Kinder mal wieder besonders anstrengend waren und mein Mann schon wieder auf der Autobahn, schaute ich bei vavada.solutions/de/ vorbei, drehte ein paar Runden im Demomodus und hörte dann wieder auf. Keine Sucht, keine Gier, keine Verzweiflung. Einfach ein kleiner Ausflug in eine Welt, in der ich nicht Mama war, nicht Ehefrau, nicht Tochter. Sondern einfach nur Sarah.

Heute, ein Jahr später, geht es Jana besser. Sie hat einen neuen Job, eine kleine Wohnung, und sie lacht wieder. Wir treffen uns einmal im Monat, gehen essen, trinken Wein, reden über alles und nichts. Und wenn sie fragt, wie ich das damals bezahlen konnte, lächle ich und sage: "Das war ein Geschenk des Universums." Sie glaubt mir nicht, aber das ist okay. Ich weiß, was passiert ist. Ich weiß, dass diese eine Nacht, dieser eine Klick, dieses eine Bonusspiel mit der kleinen Fee, mir die Möglichkeit gegeben hat, etwas Gutes zu tun. Nicht für mich, sondern für jemanden, der es bitter nötig hatte. Die roten Ballerinas stehen heute noch in meinem Schrank, ein bisschen abgetragen, aber immer noch schön. Und wenn ich sie manchmal anziehe, nur zu Hause, während die Kinder fernsehen und der Kaffee kocht, dann denke ich an den Regen, der damals gegen das Fenster prasselte. An den Rotwein, der langsam warm wurde. Und an das Gefühl, das plötzlich da war: Freiheit. Es war nur für einen kurzen Moment, aber er hat gereicht. Er hat gereicht, um alles zu verändern. Die roten Ballerinas wissen das. Und die kleine Fee auf dem Bildschirm sowieso.

#27959 by james2323

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